Thema: Blog

Denn sie wissen nicht, was sie tun?!? Airbnb-Walk in Neukölln – eine persönliche Sicht

12. Februar 2017

Mittels sogenannter „Homesharing-Clubs“ unterstützt Airbnb die Organisierung potentieller Anbieter*innen von Ferienwohnungen. Ziel ist der Aufbau von Initiativen, die im Sinne des Unternehmens und seines Geschäftskonzepts auf Gesellschaft und Politik Einfluss nehmen sollen. In Berlin ist das Ziel dieser Strategie, die sich des Ansatzes von Community Organizing bedient, die Abmilderung bzw. Rücknahme des Zweckentfremdungsverbots, welches die gewerbliche Untervermietung der eigenen Wohnung als Ferienwohnung untersagt. In Neukölln hat vor Kurzem ein „Kiezwalk“ des lokalen Homesharing-Clubs stattgefunden, der verschiedene Läden als „Geheimtipps“ des Kiezes angesteuert hat. Ein*e Aktive*r der Kiezversammlung war dabei. mehr lesen

Rollkofferalarm im Hinterhof – Grundlagentext zum Thema Tourismus

7. Februar 2017

Seit Jahren betrifft es mehr und mehr Berliner: Massentourismus in der Nachbarschaft. Lärm, Müll und ein Ausverkauf des öffentlichen Raums sind nur einige der wachsenden Konfliktherde. Vielfältig sind die Meinungen und unterschiedlich der Umgang mit diesem Thema. Der folgende Text ist als Einstieg gedacht, und versucht einen Überblick zu liefern, damit Leser*innen sich selbst ein kritisches Bild machen können. Eine AG-Tourismus der Kiezversammlung ist angedacht, bei Interesse kann unter info@kiezversammlung44.de Kontakt aufgenommen werden. mehr lesen

Winterpicknick für stadtpolitisch Aktive

23. Januar 2017

Am dritten Freitag des Januars fand das von uns (KV44) initiierte 3. Picknick stadtpolitisch-aktiver Menschen in der Manege (Rütlistraße 1-3, Neukölln) statt. Es waren 18 Personen aus verschieden-vielfältigen Initiativen da. Bekannte Gesichter, neue Gesichter. Sowie leckeres Essen und Trinken – Dank dafür! Im Laufe des Abends fand eine große Vorstellungsrunde statt, an die sich Mitteilungen zum aktuellen Stand akut bedrängter Orte anschlossen und Diskussionen über den Häuserkampf hinaus: Wie kann die „Gemeinschaft“, in der wir leben, zu einem konstruktiv-inklusiv-gemeinsamen Gestalten der gemeinsamen Umwelt aktiviert werden? Miteinbezogensein… Viele haben ihre Freude über diesen Rahmen der Begegnung, des Austausches geäußert. Und den Wunsch beim kommenden Frühlingspicknick dabei zu sein.

Unterwegs im Kiez: Autobrand am Maybachufer

31. Dezember 2016

In der Nacht zum Samstag, 31.12. bemerke ich auf dem Nachhauseweg, dass am Maybachufer ein Auto brennt. Als ich näher komme, sind schon zwei Streifenwagen vor Ort. Aus sicherer Distanz schieße ich ein paar Fotos.
Hier zwei Pressemitteilungen, die die Morgenpost noch am selben Tag in einem Abstand von einer halben Stunde veröffentlicht: die eine lapidar und faktenbezogen, die andere durch die Erwähnung weiterer Autobrände in der Rigaer Straße einen Abend zuvor schon etwas suggestiver…  Was ist Information, was ist Story? mehr lesen

Redebeitrag der Kiezversammlung auf der Mietenstopp-Demo 2016

19. September 2016

Der Kiez – eine Bestandsaufnahme

Niedrige Mieten haben über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Berliner Bezirken gemischte Millieus geschaffen. Einwanderer*innen und ihre Familien, Künstler*innen, Student*innen und Menschen mit geringem Einkommen können hier nebeneinander leben. Ohne Angst vor Übergriffen durch Rechte. Diese Kieze sind bedroht: Die Häuser gehören nicht denen, die sie brauchen. Sie sind als Spekulationsobjekte international bekannt und begehrt. Mit legalen und außergesetzlichen Mitteln wird systematisch die Auflösung alter Verträge angestrebt. So können die Wohnungen zu einem Vielfachen der alten Miete neu vermietet oder als Eigentumswohnungen verkauft werden. Was mit den Altmieter*innen passiert, interessiert die Eigentümer*innen nicht. Und die Politik konzentriert sich lediglich auf eine Pseudo-Vermittlung zwischen den Interessen der Besitzenden und den Bedürfnissen der Benutzenden. Die so entstandenen Werkzeuge die der Verdrängung entgegenwirken sollen, wie der Milieuschutz, sind unvollständig. Und sie werden von den Bezirksverwaltungen nur halbherzig umgesetzt. Dieses Vorgehen zeigt deutlich, wem der Vorzug gegeben wird: Das Interesse der Politik an den Profiten Weniger ist grösser als ihr Interesse an einer guten Gesellschaft für alle. mehr lesen

Samstag in der Rigaer, Sonntag in der Schönleinstraße:
One Struggle, one Fight!

15. September 2016

schoenleinstr-4_kundgebungDie Hausgemeinschaft S4 organisiert am Wahltag eine kleine Kundgebung vor ihrem Haus: Schönleinstraße 4, 18.09.2016 ab 12 Uhr.

Folgende Themen gibts:

  • Verfehlte Wohn- und Stadtpolitik im Zusammenhang mit den Wahlversprechen
  • Den Kampf gegen Verdrängung und Luxussanierungen organisieren
  • Der Kiez als Lebensmittelpunkt / die Kieze als Widerstandsnester
  • Ab ca. 18 Uhr: Wahl(vor)ergebnisse zusammen verfolgen, kommentieren
  • mehr lesen

    Besuch einer Athener Kiezversammlung

    3. September 2016

    Der folgende Blogbeitrag handelt von einem Besuch bei einer Athener Kiezversammlung im Sommer 2016. Die Kiezversammlung und die Themen, die auf der besuchten Sitzung besprochen wurden, werden vorgestellt. Gegen Ende wird in einem Exkurs die politische Organisierung von Geflüchteten in Athen angerissen. In einem nachfolgenden Beitrag soll daran angeknüpft , und die Schnittstelle zwischen politischer Organisierung und ehrenamtlicher Gemeinarbeit beleuchtet werden.

    Im August habe ich in Athen eine lokale Kiezversammlung besucht, das „Offene Plenum der Anwohner*innen von Agia Paraskewi„. Agia Paraskewi ist ein Stadtbezirk im Nordosten der Stadt. Es ist ein relativ ruhiger, nicht besonders armer und mehrheitlich kleinbürgerlicher Bezirk unter Syriza-Regierung. Das heißt aber nicht, dass hier politisch wenig geht: die Nazis wurden trotz des Aufstiegs der Partei „Goldene Morgenröte“ in den Jahren seit Ausbruch der Krise durch eine starke Antifa in Schach gehalten, und sind heute kaum sichtbar. Und als im Mai 2015 in Milano große Proteste gegen die internationale Messe EXPO 2015 stattfanden, zu denen auch in Griechenland mobilisiert wurde, fuhren Aktivist*innen aus diesem Stadtbezirk nach Italien. Fünf von ihnen wurden damals festgenommen, und ein halbes Jahr später verlangte die italienische Regierung ihre Auslieferung, worauf die örtliche Kiezversammlung die Solidaritätskampagne Free5 lancierte, die in ganz Griechenland bekannt wurde. Die Auslieferung hat nicht stattgefunden. (Im verlinkten Artikel ist nur von 4 der 5 die Rede, schlussendlich ist jedoch keine*r ausgeliefert worden.) mehr lesen

    Grundsatzentscheidung und Selbstkritik

    10. Juli 2016

    Der folgende Blogbeitrag entstand anlässlich zweier Vorfälle von offen ausbrechenden Konflikten auf zwei Plenen der Kiezversammlung. Nach einer Nennung dieser zwei Fälle streift er kurz die Kritik an der Parteipolitik und beschäftigt sich zum Schluss mit dem Umgang mit Konflikten unter Versammlungsteilnehmer*innen, sowie mit der Bedeutung der Moderation von Plenen.

    Auf der 9. Kiezversammlung haben wir gemeinsam beschlossen:
    „Die Kiezversammlung setzt sich ein für ein Leben in Würde, in einer selbstorganisierten und solidarischen Nachbarschaft, und ist unabhängig von der Parteipolitik und Lobbygruppen.“ mehr lesen

    Redebeitrag der Kiezversammlung auf der United Neighbours-Demo 2016

    10. Mai 2016

    Unsere Nachbarschaft gehört uns nicht, obwohl wir darin leben und arbeiten.

    Hier ist unser Alltag, mit allen seinen guten und schlechten Seiten. Viele von uns wurden bereits von hier verdrängt, haben ihre vertrauten Orte, ihre Freunde, ihr Zuhause, ihre ökonomische Existenz verloren. Wir wollen uns dagegen wehren, dass so etwas weiterhin passiert. Wir sind Menschen aus nord-Neukölln und den umliegenden Kiezen, und wir organisieren uns selbst in einer Kiezversammlung.

    Unsere Kiezversammlung wurde ins Leben gerufen durch die Friedel 54, und ist ein Ort, an dem alle Nachbarn und Nachbarinnen darüber reden, wie sie sich gegenseitig helfen können. Wir sind unabhängig von der Parteipolitik und den zugehörigen Lobbygruppen, weil sie an unseren Problemen mitschuldig sind. Die aktuelle Entwicklung der Stadt ist politisch gewollt, wird gefördert und als positiv für alle dargestellt. Aber wer profitiert davon, wenn so viele Menschen ihr Zuhause verlieren und aus der Innenstadt vertrieben werden, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können? Warum begrüßen einige Politiker und Politikerinnen in Senat und Bezirken die Veränderungen der Nachbarschaften, welche zur Verdrängung und Vertreibung von Menschen aus ihrer Stadt führen? Wessen Interessen vertreten sie? mehr lesen