Thema: Allgemein

Aufruf zur Teilnahme am „Housing Action Day“ am 28.3.2020

10. März 2020

Frei  nach Thomas Müntzer: „Das machen  die Immobilienunternehmen selber, dass ihnen die Mieterschaft zum Feind wird. Die Ursachen der Mieterproteste wollen sie nicht sehen.“







Wir, Mieter*innen von Nordneukölln, organisiert in Mieterinitiativen und Mietervereinen, machen mobil und sind weiter aktiv:

  • Gegen ständige Mieterhöhungen (Mieten in Neukölln in zehn Jahren um 146 % gestiegen) Die Verantwortlichen der  Mietpreistreibereien haben auch Namen: Vonovia, Deutsche Wohnen, Akelius,Padovicz, Taekker Immobilien, Covivio, Samwer-Brüder  usw.
    Die  Mieterhöhungen verdrängen langjährige Bewohner*innen und tragen somit zur Zerstörung von gewachsenen Kiezstrukturen bei.
  • Gegen Verdrängung von Kleingewerbe
    Zahlreiche kleine Gewerbetreibende im Reuterkiez mussten wegen dreister Mieterhöhungen ihr Geschäfte aufgeben.
  • Gegen  Verdrängung von beliebten  Szenekneipen wie das SYNDYKAT im Schillerkiez und die Meuterei im Kreuzberger Kiez. Der (zeitweise) Verlust des Kiezladens Friedel 54 schmerzt bis heute.
  • Gegen überteuerte Neubauten, die von Durchschnittsverdienern nicht zu bezahlen sind.
  • Gegen Leerstände von Wohnungen
  • Gegen missbräuchliche Umwandlungen von Wohnraum in Ferienwohnungen und in möblierte Wohnungen
  • Gegen Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen
  • Gegen Aufwertungs-Sanierungen, die die Biotope in unseren Nachbarschaften zerstören

Die Nordneuköllner*innen der Mieterinitiative KV 44 rufen alle Mieter*innen und kleinen Gewerbetreibenden auf, den bundesweiten Zusammenschlusss von Mieter-Initiativen, das „Aktionsbündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ zu unterstützen und teilzunehmen am

Europaweiten Protesttag „Housing Action Day“ am 28. 3. 2020
12 Uhr Hermannplatz an der Skulptur, 13 Uhr Potsdamer Platz
mehr lesen

Karstadt und der Hermannplatz

8. Juni 2019

Abriss Karstadt-Gebäude am Hermannplatz – Neubau multifunktionale Shopping-Mall

Ihr habt sicherlich auch die Geschehnisse in Österreich und das Video verfolgt, in dem FPÖ-Chef Strache so einiges aus den Nähkästchen plaudert. Als einen der Großspender an die ÖVP und FPÖ nennt er u.a. René Benko, der mit seinem Immobilienunternehmen Signa das Karstadt-Gebäude am Hermannplatz abreissen und das ursprüngliche Gebäude aus dem Jahre 1929 wieder aufbauen möchte

Zeichung: David Chipperfield Architects


Das neue Shopping-Mall-Projekt wird die negativen Entwicklungen auf dem Mietwohnungsmarkt mit ihren steigenden Mieten und Verdrängungsmechanismen weiter verstärken und v.a. das Gewerbe in Kreuzberg und Neukölln nachhaltig umstrukturieren bzw. auch die (post)migrantischen Gewerbetreibenden vertreiben. Als Bewohnerin der Karl-Marx-Strasse bin ich direkt betroffen und möchte mich mit bestehenden Initiativen und Menschen – in Kreuzberg und Neukölln – vernetzen, um gemeinsam etwas gegen dieses Großprojekt zu starten.

Erste Recherchen:

Hier ein gut zusammengefasster Artikel darüber, wie Benko mit seinen Spenden dazu beigetragen hat, dass ÖVP und FPÖ – ersteres die rechtskonservative zweiteres die rechtsextreme Regierungspartei Österreichs – zu Wahlgewinnern wurden: https://kontrast.at/strache-gudenus-ibiza-video-ruecktritt/. Und er erwarb zudem Anteile an der Krone und an den Kurier, zwei Zeitungen, die Kanzler Kurz und Strache tatkräftig unterstützt haben. Und das alles tut er natürlich nicht umsonst – Steuersenkungen, Unterstützung für Deals, die seinem Unternehmen zugute kommen etc. Zudem steht er unter Korruptionsverdacht.

mehr lesen

Darf denn Wohnraum Ware sein?

6. April 2019

Entweder verabschiedet man sich endgültig von der Vorstellung einer sozial durchmischten Stadt – im Zentrum leben dann künftig die Reichen, in der Peripherie die Besserverdienenden, für alle anderen ist kein Platz. Oder es muss an dieser Logik etwas geändert werden.
Der Widerspruch ist nicht nur ein moralischer, sondern ein grundsätzlicher: Man darf mit Fug und Recht fragen, ob Unternehmen, die dazu da sind, Gewinne zu erwirtschaften, überhaupt für die Wohnraumversorgung der Bevölkerung zuständig sein sollten.
Marlene Gürgen taz

Kommt der Mietendeckel?

18. März 2019

Im Prinzip ist sich das Berliner Mitte-links-Bündnis einig. Wenn es juristisch machbar ist, soll der sogenannte Mietendeckel in Berlin eingeführt werden.
»Beim Mietendeckel sind wir akut gefragt und gefordert, ohne Verzögerung zu handeln«, sagte auch die Senatorin für Wohnen, Katrin Lompscher (LINKE)
Aber dafür, wie er konkret ausgestaltet wird, gibt es bislang kein Konzept.
Weiterlesen: Neues Deutschland vom 16.3.19

Gropiusstadt: „Wir modernisieren für Ihr Wohlbefinden“

18. März 2019

In den Augen vieler Mieter*innen klingt das wie purer Hohn. Die Mieterinitiativen ULLI und Löwensteinring 23/25 werfen dem Vermieter in einer Pressemitteilung rücksichtlose Modernisierungsmaßnahmen und Profitorientierung vor, das Geschäftsgebaren stehe jenem größerer Vermieter wie Vonovia und Deutsche Wohnen in nichts nach. Weiterlesen:
Tagesspiegel vom 18.3.10

Eine Bäckerei wird verdrängt und der Bezirk tut so, als wäre er machtlos. Stimmt nicht!

1. November 2017

Am Freitag, den 27.10.2017 werden viele Menschen aus Solidarität gegen den Rausschmiss der Familie Uzuner aus ihrem seit 17 Jahren betriebenen Bäcker-Laden in der Pannierstr. 41 (Nord-Neukölln) protestieren. Der Laden zur Versorgung der Nachbarschaft soll einem Grill-Restaurant weichen. Damit wird die Umwandlung der Pannierstraße zu einer Fressmeile weiter befördert. Bedient werden damit vielleicht Bedürfnisse von Touristen, aber sicher nicht von Anwohnenden. Stellt sich die Frage: Musste das so kommen? mehr lesen

Kiezspaziergang am 28. Oktober 2017: *Media Spree Reloaded

26. Oktober 2017

Kiezspaziergang am 28. Oktober 2017: *Media Spree Reloaded – ** Neue Investorenträume, Profitversprechen und Konfliktzonen

Der große Protest um Media Spree ist fast verstummt. Schrittweise füllen sich am nördlichen Spreeufer die letzten Baulücken, Teile der Mauerreste werden für Luxus-Wohnträume entfernt und die großen Investorenträume werden immer sichtbarer.

Weiter südlich drängen neue Investitionspläne in die Kreuzberger Wohnkieze. Der Google Campus, das Zalando Neubauprojekt auf der Cuvrybrache oder die Firmenzentrale von Deliveroo sind Manifestierungen einer neuen Arbeitswelt, die den Alltag der Stadt zunehmend bestimmt. Während Selbstverwirklichung, Flexibilität und Kreativität in der Industrie 4.0 angepriesen werden, bedeutet sie auf der Kehrseite oft Entgrenzung, Deregulierung und Ausbeutung.

Gleichzeitig gefährdet der Run auf die existierenden Gewerbeflächen in einigen Gewerbehöfen die langjähige Mieterschaft und verdrängt dort soziale Projekte, Künstlerateliers und Bildungseinrichtungen. Mit diesen neuen Akteuren im Kiez müssen sich nicht nur Proteste um Recht auf Stadt-, Wohn- und Gewerberaum, sondern auch Arbeitskämpfe komplett neu formieren.

Als Erweiterung der vergangenen Stadtspaziergänge zur Media Spree wollen wir in diesem Jahr an verschiedenen Stationen zwischen Spree und Landwehrkanal die aktuellen Ausprägungen neuer Arbeitsformen und Kämpfe um Arbeit sowie die künftigen Auswirkungen auf die Kieze diskutieren.

Veranstalter: Kritische Geographie Berlin e.V. und Naturfreunde Berlin e.V. <http://www.naturfreunde-berlin.de/> Kosten 2,50 €, Naturfreunde frei

Datum: 28.10.2017 Treffpunkt: Treffpunkt: U-Bhf. Schlesisches Tor / Ecke Bevernstr (May-Ayim-Ufer unter der Roten Laterne)
Zeit: 13:00 Uhr Dauer: ca. 2,5 Stunden
Ansprechpartner*innen: Valentin Domann und Nils Grube Kontakt für Fragen und Anmerkungen: valentin.domann@hu-berlin.de oder disurbanism@gmail.com

— *- disurban* DIE STADT ALS DISKURS disurbanism.wordpress.com

Kundgebung für den Erhalt der Bäckerei Pannierstraße 41

23. Oktober 2017

Kundgebung am Fr, 27. Oktober um 17:00 Uhr vor der Bäckerei

Schon wieder soll eine Bäckerei weichen, die aus Sicht des Eigentümers
nicht in das Konzept des Hauses bzw. des Kiezes passt!
Seit 17 Jahren führt die Familie Uzuner ihr Geschäft in der Pannierstraße 41, direkt
an der Haltestelle des M 29. Sie betreibt auch den Späti im selben Haus und ist seit Jahrzehnten tief verwurzelt im Kiez.
Der Münchner Eigentümerin Huber im Tal Immobiliengesellschaft ist dies allerdings
egal. Sie interessiert sich nicht für gewachsene Kiezstrukturen und reiht sich somit in
den bunten Reigen derer ein, die sowohl in Neukölln als auch in Kreuzberg nur die
schnelle Rendite im Blick haben. So lesen wir auf ihrer Webseite, eine nachhaltige
und behutsame Entwicklung der Immobilien stünde im Mittelpunkt unserer
Vorgehensweise. Dazu zählt wohl auch, Existenzen und die Gesundheit von
Gewerbemieter*innen zu zerstören.
Hausbewohner*innen haben bereits in einem Schreiben dagegen protestiert,
dass der Mietvertrag der Bäckerei nicht verlängert wird.
Kund*innen tragen sich in eine Unterschriftenliste ein, die im Laden ausliegt.
Wir fordern den Eigentümer auf gewachsene Kiezstrukturen zu erhalten und
der Familie Uzuner eine faire Perspektive mit ihrer Bäckerei zu geben!

Die Initiativen GloReiche Nachbarschaft, Kiezversammlung 44
und Unser Block bleibt rufen auf zu einer

Kundgebung am Fr, 27. Oktober um 17:00 Uhr vor der Bäckerei
Kommt alle und unterstützt den Protest der Betreiberfamlie
und der solidarischen Nachbar*innen!

171023_Handzettel_Bäckerei